Andacht mal anders – aus der Demenz-WG in der Villa Ströhla

Erfahrungsbericht einer Angehörigen
Unsere Angehörige ist seit August 2025 in der Demenz-Wohngemeinschaft in der Villa Ströhla in Erlangen-Sieglitzhof. Immer wieder fragte sie mich, ob heute Sonntag wäre und ob sie in die Kirche zum Gottesdienst könnte. Auch wenn ihr sehr viele Erinnerungen verloren gegangen sind, scheint ihr dieses Bedürfnis geblieben zu sein. Einen Gottesdienstbesuch in die Tat umzusetzen, wäre aber ein größeres Unterfangen gewesen. So war ich sehr froh in den Informationen zur Pfarrgemeinderatswahl zu lesen, dass Frau Hofmann-Schnorr Demenz-Andachten anbietet. Ich kam mit ihr in Kontakt und erfuhr Näheres zu den Andachten. Ganz unkompliziert schlug sie einen Termin vor.
Da der erste Termin in der Fastenzeit lag, war es eine kurze Bußandacht. Leider ging es dabei – dem Zustand der Bewohner geschuldet – zunächst recht unruhig zu. Die persönliche Vorstellung von Frau Hofmann-Schnorr und die Grüße von der Pfarrei St. Theresia zu Beginn gingen damit fast unter. Im Lauf der Andacht wurde es aber deutlich ruhiger. Beim abschließenden Segnen hat Frau Hofmann-Schnorr die Bewohner einzeln persönlich mit Namen angesprochen und ihnen die Hand aufgelegt. Dies haben alle Bewohner sehr gut angenommen. Auch wenn Sie zuvor nicht alles mitbekommen haben, sind sie hier regelrecht andächtig geworden.
Einen zweiten Termin gab es dann im Marienmonat Mai. Aufgrund der Erfahrungen entschlossen wir uns mit einem Lied zu beginnen, was auch deutlich besser funktioniert hat. Thematisch ging es um die Wegbegleitung durch die Gottesmutter. Auch die Fürbitten waren zum Thema passend formuliert. Anschließend haben wir gemeinsam das Vater-Unser gebetet. Zum Abschluss haben wir das Lied „Großer Gott wir loben Dich“ gesungen, mit Orgelbegleitung von Herrn Pfarrer Uttenreuther, die Frau Hofmann-Schnorr auf dem Handy hatte. Ganz zum Schluss gab es wieder den persönlichen Segen wie beim ersten Mal. Auch dieses Mal ist er wieder sehr gut angenommen worden.
Nach den positiven Erfahrungen wollen wir die Andachten fortsetzen. Für das nächste Mal überlegen wir eine Eröffnung mit Glockengeläut – wieder vom Handy.
Die Andachten sind eine wertvolle Ergänzung im Leben der Demenz-WG. Sie wirken nicht nur als zusätzliche Anregung, was gerade für die Bewohner dort sehr wichtig ist. Sie strahlen auch eine Ruhe aus, die über die Andacht hinaus nachwirkt. Besonders gerührt hat mich, wie unsere Angehörige nach der letzten Andacht das Lied „Großer Gott wir loben Dich“ – in ihrer eigenen Weise – noch einmal gesungen hat.
Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit Frau Hofmann-Schnorr bei einer weiteren Andacht, die sie für den Juli plant. Im Namen der Bewohner und aller Angehörigen danke ich Frau Hofmann-Schnorr ganz herzlich für die gelungenen Andachten und die liebevolle Durchführung.